Vertriebsinnendienst im Großhandel: Aufgaben, Rolle, Entwicklung

Veröffentlicht
02.11.2026
Zuletzt aktualisiert
02.11.2026
Pascal Salmen
Vertriebsinnendienst Aufgaben

Zusammenfassung

  • Der Vertriebsinnendienst im Großhandel bearbeitet Angebote und Aufträge, berät Kunden am Telefon, nimmt Reklamationen auf, pflegt Kundendaten und stimmt sich mit dem Außendienst ab.
  • Fast zwei von drei Vertriebsstellen, die Großhändler ausschreiben, gelten dem Innendienst (65 % von 253 Anzeigen in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, KW 42/2026, aus unserem „Lagebild Vertrieb im Großhandel 2026“). Bei Stammkunden hat der Innendienst zudem den häufigsten Kontakt.
  • Stellenanzeigen nennen Beratung oder Verkauf in sieben bis acht von zehn Fällen. Ausdrücklich „aktiv verkaufen“ verlangt nur etwa jede zehnte, und im Alltag beschreiben Führungskräfte ihren Innendienst als Auftragsannahme.
  • Aktiv verkaufen heißt für den Innendienst: Angebote nachfassen, stille Bestandskunden anrufen und Sortimentslücken ansprechen. Dafür braucht er jeden Morgen fertige Hinweise aus den eigenen Bestelldaten.

„Unterstützt Ihr Innendienst den Außendienst beim Verkaufen?“

„Nein. Eigentlich sehr leise. Meistens nur Auftragsannahme.“

Das hören wir oft. Diesmal kam die Begründung gleich mit. Der Kunde ruft an und diktiert seine Artikel. Der Mitarbeiter tippt mit, zum Nachdenken bleibt keine Zeit. Und dann: „Danke, tschüss.“

Dabei wäre genau das der Moment für eine Frage. „Schon mal an das gedacht? Brauchen Sie das nicht?“ So stellt sich unser Gesprächspartner seinen Innendienst vor. Heute fragt das keiner.

Der Innendienst hat den häufigsten Kundenkontakt im Unternehmen. Und er verbringt ihn mit Erfassung, während die Verkaufsanlässe ungesucht in den Bestelldaten liegen. Erst wenn ihm diese Anlässe fertig und begründet vorliegen, wird aus einem Bestellanruf ein Verkaufsgespräch.

Ablauf eines Bestellanrufs in vier Schritten: Beim Erfassen im ERP fehlt die Rückfrage, der Kunde legt auf

Der Verkaufsanlass liegt mitten im Bestellanruf, aber die Erfassung belegt genau diesen Moment.

Welche Aufgaben hat der Vertriebsinnendienst im Großhandel?

Der Vertriebsinnendienst im Großhandel erstellt Angebote, erfasst und wickelt Aufträge ab, berät Kunden am Telefon, bearbeitet Reklamationen, pflegt Kundendaten und stimmt sich mit dem Außendienst ab. Kurz: Bei ihm laufen die Fäden zusammen, zwischen Kunde, Außendienst, Lager und Einkauf.

Der Vertriebsinnendienst als Schnittstelle zu Kunde, Außendienst, Lager und Einkauf mit seinen sechs Kernaufgaben

Im Innendienst laufen die Fäden zwischen Kunde, Außendienst, Lager und Einkauf zusammen, und daraus ergeben sich seine sechs Kernaufgaben.

Definition: Der Vertriebsinnendienst ist die Vertriebsstelle im Unternehmen, die Kundenanfragen, Angebote und Aufträge bearbeitet, Kunden per Telefon und E-Mail betreut und den Außendienst unterstützt.

So sieht das im Großhandel konkret aus:

AufgabeWas konkretBeispiel aus dem Großhandel
Angebote erstellenPreise, Konditionen und Verfügbarkeit zusammenstellenAngebot über Fliesenkleber und Abdichtung für das Bauvorhaben eines Fliesenlegers
Aufträge erfassen und abwickelnBestellung ins ERP, Liefertermin, Rückfragen klärenEin Kfz-Betrieb bestellt telefonisch Bremsscheiben und Filter
Telefonische BeratungProduktauskunft, Alternativen, LieferzeitWelches Pressfitting passt, wenn der gewohnte Artikel nicht lieferbar ist
ReklamationenAufnahme, Klärung mit Lager oder Lieferant, GutschriftFalsch gelieferte Dachrinnen beim Dachdecker
Kundendaten pflegenAnsprechpartner, Konditionen, NotizenNeuer Einkäufer bei einem Gastronomiekunden
Abstimmung mit dem AußendienstInformationen aus Besuchen übernehmen, Anfragen übergebenAußendienst meldet ein Großprojekt, der Innendienst kalkuliert
Angebote nachfassenRückfrage zu offenen AngebotenRückruf beim Elektroinstallateur, zwei Tage nach dem Angebot

Fällt Ihnen etwas auf? Nur die letzte Zeile ist echter Verkauf. Und genau die kommt im Alltag oft zu kurz.

Was muss ein Sachbearbeiter im Vertriebsinnendienst können?

Ein Sachbearbeiter im Vertriebsinnendienst braucht Sortimentskenntnis, Sicherheit am Telefon, schnelles Arbeiten im ERP und vor allem Kundenverständnis. Beim letzten Punkt hakt es im ganzen Vertrieb. In einer Umfrage von Mercuri International unter B2B-Vertriebsleuten weltweit halten 88 % Kundenverständnis und analytisches Denken für zentral. Sicher darin fühlen sich nur 27 %. Im Innendienst liegt das selten an den Leuten. Ihnen fehlt aufbereitetes Wissen über den einzelnen Kunden.

Worin unterscheiden sich Inside Sales, technischer Innendienst und Kundenservice?

Sachbearbeitung wickelt Vorgänge ab, technischer Innendienst beantwortet Produkt- und Anwendungsfragen, Inside Sales verkauft aktiv und Kundenservice betreut Anliegen nach dem Kauf.

  • Sachbearbeitung im Vertriebsinnendienst: wickelt Angebote, Aufträge und Reklamationen ab, meist auf Anfrage des Kunden
  • Technischer Innendienst: beantwortet Produkt- und Anwendungsfragen, etwa zu Dimensionen, Normen oder Einbau
  • Inside Sales: verkauft aktiv per Telefon und E-Mail, mit eigenen Umsatzzielen und eigener Kundenliste
  • Kundenservice: kümmert sich um Anliegen nach dem Kauf, etwa Lieferstatus oder Rücksendungen

Acto-Whitepaper: Wie der Außendienst im Großhandel zukunftsfähig bleibt, kostenlos herunterladen

Wie verteilt sich der Vertrieb im Großhandel auf Innen- und Außendienst?

Wie viele Innen- und Außendienstler im Großhandel arbeiten, weist keine amtliche Statistik aus. Die Stellenanzeigen geben aber einen deutlichen Hinweis. In unserem „Lagebild Vertrieb im Großhandel 2026“ gelten 65 % der Vertriebsanzeigen von Großhändlern dem Innendienst und 35 % dem Außendienst (253 Anzeigen von 123 Großhändlern in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, KW 42/2026). Zählt jeder Arbeitgeber höchstens zweimal, sind es 64 % Innendienst.

Gesucht wird also vor allem drinnen. Erfahrung sitzt dagegen draußen: 73 % der Außendienstler im Großhandel haben über zehn Jahre Berufserfahrung, im Innendienst sind es 43 % (Stichprobe von Vertriebsprofilen, 177 im Außendienst und 90 im Innendienst, Stand KW 40/2026; Ältere und Innendienstler sind in Online-Profilen seltener vertreten). Was dem Innendienst damit fehlt, ist das über Jahre gewachsene Wissen über einzelne Kunden.

„Die Leute, die bei uns sind, sind da seit 20 Jahren, […] die haben alles im Kopf.“
– E-Commerce und Marketing, Großhandel, in einem unserer Gespräche mit Großhändlern
MerkmalInnendienstAußendienst
KontaktwegTelefon, E-Mail, eingehende BestellungBesuch vor Ort
Wer meldet sich?Meist der KundeMeist der Verkäufer nach Besuchsplan
Kontakthäufigkeit bei StammkundenOft täglich oder mehrmals pro WocheNach Besuchsrhythmus
Über zehn Jahre Berufserfahrung43 %73 %

Wie Innen- und Außendienst ihre Kunden untereinander aufteilen, ist ein eigenes Thema.

Acto-Lagebild: Vertrieb im Großhandel 2026, kostenlos herunterladen

Verkauft der Vertriebsinnendienst im Großhandel tatsächlich?

In der Stellenanzeige steht Verkauf. Im Alltag beschreiben Führungskräfte Auftragsannahme. Gesucht werden beratende Verkäufer, und dann füllt die Erfassung den Tag.

Wir haben uns das genauer angesehen. Im November 2026 haben wir Stellenanzeigen für den Vertriebsinnendienst im Großhandel ausgewertet: 55 Anzeigen aus DACH, gegengeprüft mit 64 Anzeigen auf Indeed, je eine pro Arbeitgeber. Nicht repräsentativ, aber deutlich.

Aufgabe in der AnzeigeWie oft genannt
Beratung oder Verkaufin sieben bis acht von zehn Anzeigen
Angebote und Aufträge bearbeitenin mehr als zwei Dritteln
Reklamationenin etwa jeder dritten
„aktiv“ oder „proaktiv“ bei einer Vertriebstätigkeitin einem Viertel bis zwei Fünfteln
Angebote nachfassenin jeder vierten bis jeder dritten
Neukunden gewinnen, Akquisein jeder fünften bis jeder zehnten
ausdrücklich „aktiv verkaufen“nur in etwa jeder zehnten, höchstens jeder siebten

Spannen-Balken: Aufgaben in Stellenanzeigen, ausdrücklich „aktiv verkaufen“ steht nur in etwa jeder zehnten Anzeige

Beratung und Verkauf stehen in den meisten Anzeigen, ausdrücklich „aktiv verkaufen“ nur in etwa jeder zehnten, Quelle: Acto-Auswertung von Stellenanzeigen im Großhandel, November 2026, nicht repräsentativ

„Beratung“ klingt nach Vertrieb, heißt aber wenig. Das Wort deckt die Auskunft auf Anfrage genauso ab wie ein Verkaufsgespräch. Die Anzeigen zeigen also das Soll. Den Alltag hören wir in unseren Vertriebsgesprächen: In mindestens 16 davon beschreiben Führungskräfte ihren Innendienst als reaktiv, in mindestens 9 wollen sie ihn stärker ins Verkaufen bringen.

Und die Stimmen klingen über Branchen hinweg erstaunlich ähnlich:

  • Technischer Handel: Ein Vertriebsverantwortlicher nennt seinen Innendienst im Grunde nur Auftragserfasser und Zuarbeiter.
  • Gastro-Großhandel: Eine Vertriebsleitung beschreibt ihren Vertrieb im Moment als reine Bestellannahme.
  • SHK-Großhandel: Die Geschäftsleitung hätte sehr gern einen aktiven Telefonverkauf, hat ihn aber nicht.
„Wir haben 50 Vertriebsbeauftragte […] aber im Innendienst sind wir 400 Menschen und die jeden Tag mit Kunden [zu tun] haben […] da ist der Hebel.“
– Vorstandsreferentin, Baustoff- und Dachdeckerhandels-Genossenschaft, Vertriebsgespräch

50 draußen, 400 drinnen. Wo wohl der Hebel liegt?

Von der anderen Seite klingt es nüchterner. Ein Außendienstler im Industrie-Großhandel schätzte in einem öffentlichen Kommentar, sein Innendienst verbringe rund 70 % mit Dateneingabe, 20 % mit Kalkulieren und 10 % mit Beschweren. Das ist seine persönliche Schätzung. Und Verkaufen? Das sieht er bei sich:

„Nee, dafür ist ja der Außendienst da ;)“
– Außendienstler im Industrie-Großhandel, öffentlicher Online-Kommentar

Dass es anders geht, zeigt eine kleine Befragung von uns: Von 36 Großhändlern hatten 14 einen proaktiven Innendienst fest verankert. Ein verkaufender Innendienst ist also machbar. Wo er fehlt, steht Verkauf in der Anzeige, und der Tag dreht sich trotzdem um die Erfassung.

Gestapelter Balken 70, 20 und 10 % Dateneingabe, Kalkulieren, Beschweren; Punktraster: 14 von 36 Großhändlern

Meist frisst die Erfassung den Tag, doch bei 14 von 36 Großhändlern verkauft der Innendienst bereits aktiv.

Der Innendienst hat bei Stammkunden den häufigsten Kontakt im Unternehmen und nimmt im Alltag vor allem Aufträge an. Verkauf entsteht dort erst, wenn der Anlass fertig vorliegt, bevor der Kunde auflegt.

Warum bleibt der Innendienst bei der Auftragsannahme stehen?

Der Innendienst bleibt bei der Auftragsannahme stehen, weil die Erfassung den Moment belegt, in dem der Kunde am Telefon ist, weil Kundenwissen in Köpfen steckt und weil die Kaufsignale im ERP liegen, ohne dass jemand danach sucht. An der Mannschaft liegt es selten.

  1. Die Erfassung frisst den Kundenmoment: Solange der Kunde Artikelnummern diktiert, denkt niemand an die fehlende Warengruppe. Das ist genau die Szene vom Anfang. Und sie wiederholt sich jeden Tag dutzendfach.
  2. Das Wissen sitzt bei den Erfahrenen: Wer seit Jahrzehnten im Gebiet ist, weiß, wann ein Kunde normalerweise Heizungspumpen nachbestellt. Nur: Vieles davon steht längst in den Bestelldaten. Wiederkaufintervalle, Saisonmuster, Kaufmuster ähnlicher Kunden.
  3. Die Signale liegen ungesucht im ERP: Nur rund ein Viertel der Mitarbeitenden nutzt BI-Tools aktiv. Und nur in 11 % unserer Gespräche mit Großhändlern war überhaupt von einer Frühwarnliste für Kunden die Rede, die weniger kaufen (19 von 177).

Wie spät man es dann merkt, sagt eine Vertriebsleitung ganz offen:

„Wir merken es nach fünf Monaten, wenn ein Kunde gewisse Warenbereiche nicht mehr kauft bei uns.“
– Vertriebsleitung, Baustoffhandel, in einem unserer Gespräche mit Großhändlern

Fünf Monate, in denen diese Ware woanders gekauft wird.

Als ich rund 50 Gespräche mit Vertriebsleitern im Großhandel ausgewertet habe, kam immer wieder dieselbe Lücke heraus. Power BI, Dashboards und CRM sind da. Und trotzdem schaut im Alltag niemand hinein, weil die Zeit fehlt.

Verkäufer sind keine Analysten, und niemand sollte Analyse von ihnen erwarten. Wer einen verkaufenden Innendienst will, muss ihm die Datenarbeit abnehmen und fertige Anlässe liefern.

Vier Karten: drei Gründe für Auftragsannahme im Innendienst führen zu fertigen Anlässen statt Suche

Alle drei Gründe liegen im System, keiner in der Mannschaft.

Was heißt aktiv verkaufen für den Vertriebsinnendienst?

Aktiv verkaufen heißt für den Vertriebsinnendienst, aus Anrufen und Rückrufen gezielte Verkaufsanlässe zu machen. Vor allem bei Bestandskunden, die er ohnehin kennt. Oft reicht der richtige Satz im richtigen Telefonat.

Vier Anlässe bieten sich dafür an:

  • Angebote nachfassen: offene Angebote anrufen, bevor der Kunde woanders bestellt
  • Stille Kunden anrufen: Kunden, die seltener bestellen als üblich, bevor sie Warengruppen zur Konkurrenz verlagern
  • Fällige Wiederbestellungen: an Verbrauchsmaterial erinnern, dessen übliches Intervall überschritten ist
  • Sortimentslücken: beim eingehenden Auftrag ansprechen, was ähnliche Kunden zusätzlich kaufen

Warum gerade der Bestand? Weil der Markt kaum wächst. Der BGA erwartet für 2026 real nur 0,7 % Wachstum im Großhandel. Zusätzlicher Umsatz muss also aus bestehenden Kunden kommen. Gleichzeitig wandern je nach Betreuung 4 bis 17 % der Kunden pro Jahr ab, und zwar selten mit einem Knall. Kunden kündigen nicht. Sie bestellen leiser und verlagern Warengruppe für Warengruppe.

Dazu kommt ein Klassiker: C-Kunden, also die umsatzschwächste Klasse einer ABC-Analyse, bleiben C-Kunden, weil man sie so behandelt. Genau diese stillen, kleineren Kunden erreicht der Innendienst am Telefon besser als jeder Außendienst.

Ein Fallstrick gehört allerdings dazu: der Anruf ohne Kontext. Drei Wochen ohne Bestellung können auch Betriebsferien sein. Dann ist der besorgte Anruf eher peinlich als hilfreich.

Beispiel: ein Vormittag mit fünf Hinweisen

Wie sieht das in der Praxis aus? Stellen Sie sich Frau Yilmaz vor, Innendienst bei Haustechnik Brandt, einem SHK-Großhändler. Sie beginnt den Tag mit fünf begründeten Hinweisen und ruft in dieser Reihenfolge an:

  1. Installateur Kessler: Angebot über 3.200 € seit neun Tagen offen. Der Kunde hatte es vergessen und bestellt: 3.200 €.
  2. Bäder Neumann: zweites offenes Angebot. Der Kunde verschiebt auf nächste Woche, Rückruf ist vereinbart: 0 € heute.
  3. Heizungsbau Lorenz: bestellt Pressfittings sonst alle vier Wochen, jetzt seit sechs Wochen nicht. Nachbestellung: 850 €.
  4. Sanitär Ott: seit zwei Monaten keine Armaturen mehr. Ein Wettbewerber war günstiger, Frau Yilmaz vereinbart ein Gegenangebot: 0 € heute.
  5. Badstudio Fink: kauft Duschrinnen, aber keine Abdichtung, anders als ähnliche Kunden. Musterbestellung: 240 €.

Fünf Anrufe, drei Aufträge über zusammen 4.290 €, ein vereinbarter Rückruf und ein Gegenangebot. Und keiner dieser Kunden hätte von sich aus angerufen.

Fünf Hinweise des Vormittags führen zu drei Aufträgen über 4.290 €, einem Rückruf und einem Gegenangebot

Fünf gezielte Anrufe bei Bestandskunden bringen Umsatz, der ohne Anlass nie zustande gekommen wäre.

Welche Hinweise braucht der Innendienst jeden Morgen?

Der Innendienst braucht jeden Morgen eine kurze Liste begründeter Anlässe aus den eigenen Bestelldaten: bei wem er sich heute meldet, was er anbietet und wo es brennt. Was er nicht braucht: noch ein Dashboard.

Eine brauchbare Lösung liefert dafür:

  • Überfällige Wiederbestellungen: je Kunde und Artikel gemessen am eigenen Bestellrhythmus des Kunden
  • Rückläufige Warengruppen: auf Ebene der Auftragspositionen, weil der Gesamtumsatz einen Rückgang in einer Warengruppe verdeckt
  • Sortimentslücken: im Vergleich zu ähnlichen Kunden nach Branche, Größe und Bestellverhalten
  • Offene Angebote: mit Fälligkeit und dem Hinweis, welche Positionen nicht bestellt wurden
  • Kontext gegen Fehlalarme: Betriebsferien, Saison, Hinweise aus Besuchsberichten
  • Begründung und nächster Schritt: je Hinweis ein Satz, warum, und was anzusprechen ist
  • Anzeige am Arbeitsplatz: dort, wo der Innendienst arbeitet, auch während der Auftragserfassung

Wichtig dabei: Ab wann ein Kunde als still gilt, sollte nie ein fester Zeitraum für alle sein. Wer jede Woche bestellt, ist nach drei Wochen auffällig. Wer quartalsweise bestellt, noch lange nicht. Die Schwelle ergibt sich je Kunde aus seiner eigenen Historie. Wie solche Empfehlungen technisch entstehen, zeigt unser Beitrag zu Recommender-Systemen im B2B-Vertrieb.

Zwei Bestell-Zeitstrahlen: eine Schwelle für alle Kunden gegen eine Schwelle je Kunde nach eigenem Bestellrhythmus

Ob ein Kunde wirklich still wird, zeigt erst der Vergleich mit seinem eigenen Bestellrhythmus.

Nicht für Sie: wann ein verkaufender Innendienst wenig bringt

Ehrlich gesagt: Nicht jeder Großhändler braucht das. Ein verkaufender Innendienst bringt wenig, wenn die Voraussetzungen für wiederkehrende Verkaufsanlässe fehlen:

  • Wenige Kunden je Betreuer: Wenn jeder Mitarbeiter seine Kunden ohnehin persönlich kennt, finden Hinweise kaum etwas Neues.
  • Projektgeschäft ohne Wiederbestellungen: Ohne Bestellrhythmus entstehen keine Wiederbestellsignale aus der Historie.
  • Hersteller mit Vertrieb über den Großhandel: Ohne eigene Bestelldaten je Endkunde fehlt die Grundlage.
  • Keine Entlastung bei der Erfassung: Kommt Verkaufen nur obendrauf, bleibt es bei der guten Absicht.

Und: Hinweise ersetzen kein gutes Telefongespräch und keine sauberen Bestelldaten.

Wie Acto den Vertriebsinnendienst im Großhandel unterstützt

Acto ist unsere Vertriebs-KI im Großhandel. Sie wertet jede Nacht ERP- und CRM-Daten mit Machine-Learning-Modellen und KI-Agenten aus und zeigt Innen- und Außendienst am Morgen, welcher Kunde heute einen Anlass hat, warum und was anzusprechen ist. Die Hinweise erscheinen in der Outlook-Seitenleiste, im CRM oder in der App. Also dort, wo der Innendienst ohnehin arbeitet, auch während der Kunde am Telefon ist.

Erinnern Sie sich an das „Danke, tschüss“ vom Anfang? Genau da setzt Acto an. Ruft ein Kunde an, sieht die Mitarbeiterin in der Seitenleiste, ob ein Angebot offen ist, welche Warengruppe ähnliche Kunden zusätzlich kaufen oder ob der Kunde seltener bestellt als üblich. Aus dem Bestellanruf wird ein Anlass für Beratung und Verkauf, auf Basis der Daten statt aus dem Bauch.

Bei Hitado sind neue Mitarbeiter nach Einschätzung des Kunden sechsmal schneller eingearbeitet, in ein bis zwei Monaten statt vorher etwa einem Jahr. Auch bei Schäfer Shop arbeiten Innen- und Außendienst mit Acto. Wie das neben dem Außendienst aussieht, zeigt unsere Seite zur KI-Software für den Außendienst. Der Einstieg läuft über eine Pilotphase mit gemeinsam festgelegten Kennzahlen.

„Alle Innendienstler bei Hitado nutzen Acto täglich als zentrale Grundlage für ihre Kundenbetreuung. Sie erhalten pro Tag 10 priorisierte Signale mit den relevantesten Kunden, die es an diesem Tag zu kontaktieren gilt.“
– Ilka Greco, Vertriebsleitung Innendienst, Hitado (Fallstudie Hitado)

So funktioniert Acto: Aus Auftrags-, Kunden-, Produkt- und Interaktionsdaten werden Risiken und Potenziale für den Vertrieb

Aus Auftrags-, Kunden-, Produkt- und Interaktionsdaten werden Risiken und Potenziale, die der Vertrieb in App, Outlook oder per Sprache bekommt.

Wie viel Verkauf steckt in Ihrem Innendienst?

Das Verkaufspotenzial Ihres Innendienstes steckt in Kundenkontakten ohne Verkaufsanlass, in Angeboten ohne Nachfassen und in Bestellrückgängen, die niemand bemerkt. Drei Fragen machen es sichtbar, beantwortet mit Ihren eigenen Zahlen:

  1. Wie viele Kundenkontakte hat Ihr Innendienst an einem Tag, und bei wie vielen davon lag dem Mitarbeiter ein konkreter Verkaufsanlass vor?
  2. Wie viele offene Angebote der letzten Woche hat jemand nachgefasst?
  3. Wie viele Kunden bestellen gerade seltener als üblich, und wer in Ihrem Unternehmen weiß das heute?

Schreiben Sie die drei Antworten diese Woche auf. Bevor Sie über Schulungen oder neue Stellen sprechen.

Wenn Sie wissen wollen, was in Ihren Daten steckt: Im Gespräch zeigen wir Ihnen, welche Verkaufsanlässe Ihre eigenen Bestelldaten für die Kundenkontakte Ihres Innendienstes hergeben.

Gespräch vereinbaren

Häufige Fragen zum Vertriebsinnendienst

Muss ich meinen Innendienst austauschen, damit er verkauft?

Nein. Beginnen Sie zum Beispiel mit zwei oder drei Mitarbeitern, die gern telefonieren, und geben Sie ihnen wenige, begründete Anlässe pro Tag. Wer einmal erlebt, dass aus einem Rückruf ein Auftrag wird, greift beim nächsten Mal von selbst zum Hörer.

Fühlt sich der Außendienst übergangen, wenn der Innendienst seine Kunden anruft?

Nur, wenn niemand vorher geregelt hat, wer welchen Anlass übernimmt. Eine einfache Regel hilft: Kleinere Bestandskunden und Nachfassen am Telefon gehen an den Innendienst, Großprojekte und Konditionsgespräche bleiben beim Außendienst. Die Zusammenarbeit beider Rollen ist ein eigenes Thema.

Hat der Außendienst im Großhandel noch Zukunft?

Ja, aber nicht jede frei werdende Stelle muss eins zu eins nachbesetzt werden. In 36 von 355 unserer Gespräche mit Großhändlern kam Rente oder Nachfolge zur Sprache, fast immer im eigenen Außendienst. Wir halten es für den richtigen Weg, die Nettovertriebszeit zu steigern und dem Innendienst einen Teil der Bestandsbetreuung zu übergeben.

Reicht unser CRM nicht aus, um diese Anlässe zu finden?

Meist nicht, weil ein CRM für Neukunden-Pipelines gebaut ist und die Bestellhistorie im ERP liegt. Im CRM steht, was jemand eingetragen hat. Im ERP steht, wer überfällig ist und welche Warengruppe fehlt. Deshalb reicht ein CRM im Großhandel oft nicht, wenn es um Verkaufsanlässe im Bestand geht.

Sollte der Innendienst auch Neukunden akquirieren?

Erst, wenn der Bestand ausgeschöpft ist. Laut Harvard Business Review (2014) kostet die Gewinnung eines Neukunden fünf- bis 25-mal so viel wie die Bindung eines bestehenden Kunden. Für einen Großhändler mit hunderten aktiven Kundennummern liegt der schnellere Umsatz im Telefonat mit dem stillen Stammkunden.

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